Die 4 Schlüssel zur Lust: Aufmerksamkeit, Bewegung, Klang & Stimme, Atem

Aktualisiert: Apr 23

Wenn du die 4 Schlüssel zur Lust kennst, bist du in der Lage, deine Lust zu intensivieren. Lust ist nämlich nicht gleich Lust!


Tatsächlich sind wir recht gut darin, unsere Lust auf einem bestimmten Level zu halten. Irgendwann werden der Druck und die Anspannung (scheinbar) zu groß und wir verhindern durch einen Höhepunkt, dass sie weiter ansteigt.


Mit den vier Schlüsseln zur Lust kannst du die Grenze nach und nach verschieben, sodass du stärkere Lustgefühle erfahren kannst.


Warum DU die Schlüssel zur Lust in der Hand hältst


Weißt du, was der größte Fehler ist, wenn es um intensive Lustgefühle geht? Wenn du dein Vergnügen von äußeren Faktoren abhängig machst.


Vielleicht hattest du schon mal Gedanken á la:


  • ich könnte sicher loslassen, wenn ich den richtigen Partner hätte

  • wenn ich nicht so viel Stress hätte, wäre meine Libido stärker

  • wenn die Atmosphäre stimmen würde, könnte ich mich mehr fallen lassen

  • wenn mein/e Partner/in mehr auf mich eingehen würde, hätte ich mehr Spaß etc.


Und klar, es ist wesentlich einfacher, die Ursache für dein Wohlbefinden auf deine/n Partner/in oder die Umstände zu schieben. Es nützt nur nichts, weil du selbst den Schlüssel zur Lust in der Hand hältst.


Je besser du die 4 Schlüssel zur Lust meistert, desto intensiver wird dein Liebesleben.

Vielleicht fallen dir bestimmte Schlüssel leichter als andere, weil du dich beispielsweise gerne bewegst oder ein sehr intuitiver Mensch bist.


Freu dich über die Schlüssel, die dir in die Wiege gelegt wurden und arbeite gezielt an den anderen, wenn du deine Lust auf ein neues Level bringen möchtest.



1. Schlüssel zur Lust - Aufmerksamkeit


Ein wichtiger Schlüssel zu deiner Lust ist deine Aufmerksamkeit. Hand aufs Herz: Wie oft bist du WIRKLICH total präsent beim Liebesspiel? Und wie oft gehst du irgendeiner Fantasie nach, denkst daran, was du noch erledigen musst oder planst deine Einkäufe für nächste Woche?


Vielleicht driftest du auch gar nicht in deine eigenen Gedanken ab, sondern fragst dich, was dein/e Partner/in wohl gerade denkt, ob er dich anziehend findet usw. Das Problem ist, dass wir immer unzufriedener mit unserem Liebesleben, aber auch generell mit unserem Leben werden, wenn wir uns von äußeren Umständen beeinflussen lassen.


Je weiter dein Bewusstsein von deinem Körper entfernt ist, desto weniger Lust empfindest du. Lust findet IMMER im Körper statt.

Da wir bedingt durch unsere Gesellschaft viel zu viel im Kopf herumgeistern, braucht es Übung & Zeit, um wieder ganz in deinem Körper anzukommen.


Bei der Tantramassage ist dies nicht anders. Ein Schlüssel zur Magie der Tantramassage ist meine volle Präsenz bei dem Menschen, der vor mir liegt. Das gleiche lässt sich auf dein Liebesleben übertragen. Spürst du dich selbst mit all deinen Sinnen, wenn du mit deinem Partner zusammen bist?


Zum Glück lässt sich Aufmerksamkeit trainieren.

Eine kleine Wahrnehmungsübung:


  • Schließ deine Augen und versuche, deinen Körper von INNEN wahrzunehmen.

  • Spürst du Spannungen? Wenn ja, wo?

  • Geh nach und nach deinen Körper durch und nimm wahr, wo du Spannungen festhältst und wo du sie loslassen kannst.

  • Wie fühlst du dich? Was empfindest du gerade? Fühlst du dich glücklich, fröhlich, melancholisch, freudig erregt, gelangweilt, wütend, gleichgültig etc.?

  • Wie sehen deine Gedanken aus? Ziehen dich diese in die Tiefe oder stimmen sie dich fröhlich? Sind es weite oder enge Gedanken? Eher vage oder ganz präzise?

Tipp für Frauen


Wie stehst du eigentlich in Kontakt zu deinem Schoßraum? Hast du dir deine Yoni schon mal im Spiegel angeschaut? Wie verändert sie sich, wenn du erregt bist?


Nimm dir ausgiebig Zeit, deine Yoni zu betrachten und beobachte deine Gedanken dabei. Wenn du deine Yoni gar nicht spüren kannst, empfehle ich dir, öfter am Tag eine Hand auf deine Vulva zu legen und gezielt deine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken.


Auch zur Gebärmutter lohnt es sich, Kontakt aufzunehmen – in unserem Schoß ist nämlich unendlich viel Weisheit versteckt.



2. Schlüssel zur Lust: Bewegung & Rhythmus


Wann hast du das letzte Mal getanzt? Es gibt keinen schnelleren Weg, um ganz in deinem Körper anzukommen, als deine Lieblingsmusik aufzulegen und die Hüften zu schwingen.


Wenn du Lust hast, kannst du mit deinem Partner oder deiner Partnerin folgende Übungen ausprobieren. Sie helfen euch dabei, eure Energie aufeinander einzutunen.


1. Übung: Gemeinsam "Rad fahren"


Legt euch auf den Rücken und legt eure Fußsohlen aneinander. Greift nun euer Handgelenk und beginnt damit, gemeinsam Rad zu fahren. Sobald ihr einen Rhythmus gefunden habt, könnt ihr schneller werden und eure Bewegungen raumgreifender werden lassen. Welche Dynamik kannst du beobachten? Dabei geht es nicht darum, zu beurteilen oder zu kritisieren.


- Habt ihr einen harmonischen Flow oder fühlt es sich eher nach Kampf an?

- Will einer von euch schneller sein oder höher hinaufkommen?

- Passt sich einer dem Rhythmus des anderen an?

- Ändert sich der Rhythmus oder bleibt er gleich?

- Gibt mal der eine, mal der andere den Takt vor?


2. Übung: Tanzen


Nehmt euch 30 Minuten Zeit und legt eure Lieblingsmusik auf. Wichtig ist ein kontinuierlicher, aber nicht zu harter Rhythmus.


  • Lasst den Kopf im Rhythmus der Musik nach vorne und nach hinten, nach links und rechts sinken. Dreht ihn im Kreis und wechselt die Drehrichtung. Wichtig sind sanfte und weiche Bewegungen, da der Nacken manchmal starke Blockaden aufweist.

  • Nun bewegt ihr die Augen. Rollt sie nach rechts und links, nach oben und unten, ohne dabei den Kopf zu bewegen. Beobachte genau, welche Gefühle wann auftreten.

  • Jetzt folgen Grimassen. Atmet mit offenem Mund und verzieht eure Gesichtsmuskulatur in alle Richtungen. Lockert euren Unterkiefer.

  • Führt nun alle drei Bewegungen zusammen aus und bewegt zeitgleich euren Kopf, die Augen und den Mund.

  • Lockert nach und nach die Schultern, die Ellbogen, Hände, Hüften, das Becken, die Beine und die Füße.


Genießt es, neue Bewegungen zu erfinden und den Bewegungsspielraum eurer Gelenke zu erweitern.


Indem ihr jeden Teil eures Körpers bewegt, kehren Leben und Energie zurück.

Ihr könnt auch mit den einzelnen Körperstellen des Partners Kontakt aufnehmen. Wichtig ist nur, dass du mit deiner Aufmerksamkeit ganz bei dir und deiner Bewegung bleibst.



3. Schlüssel zur Lust: Stimme & Klang


Zwischen Lauten und Worten gibt es einen großen Unterschied, weil letztere bereits unsere innere Kontrollstation passiert haben. Laute hingegen kommen direkt aus dem Unterbewusstsein und somit auch aus deinen kindlichen Persönlichkeitsanteilen.


Beobachte mal, wie oft Kinder stöhnen, seufzen, schreien oder sonstige Laute ausstoßen, die gar keine genauen Informationen vermitteln. Wenn du Töne produzierst, fragst du dich nicht dauernd, ob du das darfst oder ob es deinem Gegenüber gefällt.


Laute sind instinktiv, spontan und äußerst intim, da sie unser Seelenleben enthüllen.

Beobachte dich selbst beim Liebesspiel: Drückst du deine Lust durch Laute aus oder neigst du eher dazu, ganz still zu sein?


Wann immer du Laute zurückhältst und mit deinem Verstand kontrollierst, hältst du dich von wahrer Lust ab und verschließt die Pforte zu einer intimeren Art deiner Sexualität.


Durch Klang kannst du deinen Geist von den tausend Gedanken und Vorstellungen befreien, die dir unaufhörlich im Kopf herumgeistern.


Übung 1: Bija-Mantra


Im Tantra gibt es die sechs Keimsilben der Bija-Mantras:


  • Hram

  • Hrim

  • hrum

  • hraim

  • hraum

  • hrah


Jede Keimsilbe beeinflusst ein bestimmtes Organ oder Körperteil. Baue die Keimsilben über einen längeren Zeitraum in deine tägliche Yoga-Praxis ein. Ideal hierfür ist der Sonnengruß, Surya Namaskar.


1. Gebetshaltung: Hram

2. Arme nach oben strecken: Hrim

3. Tiefe Vorbeuge: Hrum

4. Sprinterhaltung: Hraim

5. Liegestütz: Hraum

6. Knie, Brust und Stirn auf dem Boden: Hrah – jetzt beginnen die Keimsilben von vorne

7. Kobra: Hram

8. Hund: Hrim

9. Sprinterhaltung: Hrum

10. Tiefe Vorbeuge: Hraim

11. Arme nach oben strecken: Hraum

12. Gebetshaltung: Hrah


Übung 2: Osho-Meditation


Die nachfolgende Technik stammt von Osho. Nimm dir 15 Minuten Zeit und stoße Laute ohne Sinn aus. Es ist ganz egal, welche Laute du ausstößt – sie müssen keinen Sinn ergeben. Wenn sich dein Körper bewegen möchte, lasse es zu. Danach legst du dich ein paar Minuten auf den Bauch und beobachtest, ob und wie sich dein Geist verändert hat.


Übung 3: Vokale


Beginne mit den Vokalen A, E, I, O und U und schneide beim Ausstoßen der Laute Grimassen. Beobachte die verschiedenen Schwingungen, die mit den einzelnen Vokalen einhergehen. Jeder Vokal hat sein eigenes Wirkungsfeld.


  • A: wirkt auf die Speiseröhre, die drei oberen Rippen und die oberen Lungenflügel

  • E: wirkt auf die Kehle, Stimmbänder, Kehlkopf und die Schilddrüse

  • I: wirkt auf den Kehlkopf, die Nase und den Kopf – wirksam, um Migräne zu lösen

  • O: wirkt auf den Brustkorb und das Zwerchfell – kräftigt und nährt das Herz

  • U: wirkt auf Magen, Leber, Darm und Keimdrüsen



4. Schlüssel zur Lust: Atem


Ich finde das Thema Atmung total spannend und kann dir wärmstens empfehlen, dich damit zu beschäftigen. Je mehr du dir beim Liebesspiel erlaubst zu atmen, desto stärker wird deine Lust und dein eventueller Höhepunkt.


Auch im Alltag lohnt es sich, auf deinen Atem zu achten. Wenn du das nächste Mal gestresst bist oder Angst hast, solltest du drei tiefe Atemzüge nehmen. Du wirst sofort merken, wie es dir besser geht.


Wenn du richtig in die Tiefe gehen möchtest, empfehle ich dir Workshops zum Thema Holotropes Atmen sowie Kali Breathing. Beides waren für mich lebensverändernde Erfahrungen


Um ein Gefühl für die Kraft deines Atems zu bekommen, kannst du die folgende Übung machen, die aus dem Rebirthing stammt.


Übung aus dem Rebirthing


  • Leg dich auf eine weiche Matte und atme tiefer als gewöhnlich.

  • Konzentriere dich stärker auf das Einatmen als auf das Ausatmen. Energetisch bedeutet dies, dass du mehr Energie aufnimmst als abgibst.

  • Wichtig ist, dass du zyklisch atmest. Einatmen und Ausatmen dauern gleich lang und formen eine Welle, du hältst den Atem also nicht an.

  • Nach einer Weile wirst du bemerken, wie sich deine Körperwahrnehmung ändert.

  • Vielleicht spürst du deine Empfindungen klarer und intensiver.

  • Auch Kribbeln, Spannungen, Druck und ein fließendes Gefühl ist möglich.

  • Es ist gut möglich, dass Emotionen wie Wut, Traurigkeit, sexuelle Erregung oder Liebe aufsteigen.

  • Atme einfach weiter, während du deine Gefühle und Gedanken beobachtest. Sie kommen und gehen, während du mit deiner Aufmerksamkeit bei deiner Atmung bleibst und immer wieder dorthin zurückkehrst.


Wann immer du deine Atemfrequenz deutlich erhöhst, kommst du in intensiven Kontakt mit deinem Körper. Anstatt das Erlebte beurteilen oder kategorisieren zu wollen, solltest du einfach nur beobachten, was in dir vorgeht.


Durch Atemübungen kannst du in völlig neue Empfindungen eintauchen.

In uns ist ein unerschöpfliches Potential an Erfahrungen, die sich für gewöhnlich jedoch außerhalb unseres Bewusstseins befinden. Aus diesem Grund liebe ich Atemarbeit – weil du hier mit einfachen Mitteln sehr tief-gehende Erfahrungen machen und dein Bewusstsein immer mehr erweitern kannst.


Fazit


Die 4 Schlüssel der Lust sind Aufmerksamkeit, Bewegung und Rhythmus, der Atem sowie Klang & Stimme. Wenn du gezielt daran arbeitest, wirst du schon bald intensivere Formen von Intimität erfahren. Lass dich nicht entmutigen, wenn es dir viel auf einmal erscheint.


Die meisten von uns haben zu ein bis zwei Schlüsseln bereits einen natürlichen Zugang, den du mit gezielter Übung verstärken kannst. Nach und nach kannst du dann die anderen Schlüssel zur Lust erkunden.


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