Das Medizinrad der Beziehungen & 5 Formen bewusster Sexualität

Hast du schon mal den Begriff Medizinrad gehört? Im Schamanismus stehen die vier Himmelsrichtungen für spezielle Qualitäten. Im Medizinrad werden diese mit den verschiedenen Aspekten des menschlichen Lebens in Beziehung gesetzt.


Das Medizinrad der Beziehungen



Norden - Verstand


Der Norden gilt als Sitz des Verstandes und wird durch das Element Luft repräsentiert. Zudem werden ihm Gesetze zugeordnet. Im Schamanismus hat der Verstand ausschließlich intuitive, empfangende Qualitäten.


Osten - Bewusstsein


Hier ist der Sitz des Feuers und des Bewusstseins. Der Osten steht für Entscheidungsfähigkeit und Energieausrichtung und gibt dem Leben eine bestimmte Richtung.


Süden - Emotionen


Der Süden ist der Ort der Emotionen und wird durch das Wasser repräsentiert. Deine Fähigkeit, zu geben sowie das unschuldige Kind in uns sind typische Qualitäten. Schamanen sagen, dass am Anfang jeden Handels die Gefühle stehen.


Westen - Materie


Hier regiert das Element Erde. Der Westen repräsentiert den Körper und die Materie und unsere Fähigkeit, Energie zu sammeln und zu speichern.


Mitte - Sexualität


Im Zentrum befindet sich die Sexualität und somit unsere Lebenskraft und Vitalität. Im Buddhismus wird dieser Zustand als Leere bezeichnet.


Du kannst dir vorstellen, dass es zwischen dem kontrollierenden, begrenzenden Verstand im Norden und dem emotionalen, spontanen Fluss im Süden zu ständigen Dialogen und Kämpfen kommt.


Bei der Achse zwischen Osten und Westen trifft das Ansammeln von Energie auf die Freisetzung von Energie. Hier entsteht unser spiritueller Fortschritt.


Die schamanische Sicht auf das Medizinrad der Beziehungen


Die Schamanen in Nordamerika glauben daran, dass Wachstum und Entfaltung zyklisch und somit kreisförmig stattfindet und nicht in Ursache und Wirkung gipfelt.

Sobald wir die unterschiedlichen Erfahrungen gemacht und die verschiedenen Aspekte des Lebens kennengelernt haben, kehren wir an den Ausgangspunkt zurück - jedoch nicht auf der gleichen Ebene. Wir haben unsere Kenntnisse erweitert und und das Rad in eine Spirale transformiert.


Auf jeder Ebene begegnen wir dem Verstand, Körper, den Gefühlen und dem Bewusstsein neu. Verschließen wir uns in einem dieser Bereiche der Weiterentwicklung, kann sich das Rad nicht mehr drehen und wir bekommen Probleme in unserer Sexualität, weil diese im Zentrum des spirituellen Wachstums steht.


Wie kannst du das Medizinrad der Beziehungen für dich nutzen?


Du kannst das Medizinrad der Beziehungen nutzen, um deine aktuelle Beziehung zu analysieren. Dein Partner sollte das gleiche tun.


  • Gehe dafür am besten in die Natur und suche dir einen schönen Baum aus.

  • Lehne dich mit dem Rücken gegen den Stamm.

  • Sprich jetzt die unten stehenden Fragen nacheinander laut aus und lass nur die jeweils erste Antwort auf die entsprechende Frage gelten. Warum ist dies so wichtig? Weil die erste Antwort direkt aus unserem Unterbewusstsein kommt, während weitere Antworten für gewöhnlich durch unseren Verstand verfälscht wurden.

  • Nimm dir kurz Zeit, die jeweiligen Antworten aufzuschreiben, damit du sie nach der Übung mit deinem Partner oder deiner Partnerin vergleichen kannst.

  • Umarme den Baum und mach ihm als Dank für seine Hilfe ein kleines Geschenk

  • Vergleiche nun deine Antworten mit denen deines Partners. In der Regel werdet ihr überraschende Erkenntnisse haben, die eure Partnerschaft auf ein neues Fundament stellen können.

Stelle folgende Fragen:


Süden

  • Wie fühlst du dich in sexueller Hinsicht?

  • Wie sehr klammerst du dich an deinen Partner?

  • Welche Dinge brauchst du von deinem Partner unbedingt?

  • Wie viele Gefühle hältst du zurück, wenn du mit deinem Partner sprichst?


Osten

  • Wie viel Feuer und Begeisterung sind zwischen deinem Partner und dir?

  • Hast du die Hoffnung, dass sich eure Beziehung weiterentwickelt?

  • Welchen Weg zeigt dir dein Herz auf?

  • Wie viel Lust und Spaß stehst du dir selbst zu?

  • Wie sabotierst du euer Vergnügen aneinander?


Norden

  • Auf welche Art und Weise verurteilst du dich selbst?

  • Auf welche Art und Weise verurteilst du deinen Partner?

  • Was erwartest du von deinem Partner?

  • Wie drückst du diese Erwartungen aus? Sprichst du sie offen an oder hoffst du darauf, dass er oder sie diese errät?


3 Arten von Verträgen in Beziehungen


Im Schamanismus wird davon ausgegangen, dass es in jeder Beziehung drei Arten von Verträgen gibt.


1. Den Vertrag, den du mit dir selbst schließt:

  • Was möchtest du?

  • Was hast du für Bedürfnisse?

  • Folgst du deiner Intuition und bleibst dir selbst treu?

Es ist wichtig, dass du dir über deine Vorstellungen im Klaren bist, bevor du eine Beziehung beginnst. Ansonsten sind spätere Probleme durch Bedürfniskonflikte vorprogrammiert.


2. Den Vertrag, den dein Partner mit sich selbst schließt

  • Weiß dein Partner, was er oder sie will?

  • Ist er/sie sich darüber im Klaren, warum er/sie mit dir in Beziehung ist?

3. Der Vertrag zwischen euch beiden

  • Grundlage hierfür sind die Übereinkünfte eurer individuellen Bedürfnisse.

  • Zudem regelt der dritte Vertrag den Austausch untereinander.


Auch wenn es wenig romantisch klingt, sind diese drei Verträge doch Grundlage jeder Beziehung – ob wir uns nun darüber bewusst sind oder nicht.

Spätestens, wenn ihr in einer Krise seid, werdet ihr euch über eure unterschiedlichen Bedürfnisse klar. Zu diesem Zeitpunkt besteht nur leider die Gefahr, dass eure Kommunikation spannungsgeladen und aggressiv ist.


Medizinrad der Sexualität


Im Rad der Beziehungen siehst du fünf unterschiedliche Formen einer bewussten Sexualität.


Norden - freie Liebe


Hier ist der Sitz der freien Liebe. Im Reich des Geistes tummeln sich unsere individuellen Regeln, Phantasien, Erwartungen, Ideale und Prinzipien. Typische Ausdrucksformen sind Partnertausch und Gruppensex.


Osten - Zölibat


Im Osten sitzt das Zölibat. Hauptsächlich Mönche und Yogis sind für den enthaltsamen Lebensstil bekannt. Viele Menschen entscheiden sich aber auch nach dem Ende einer Beziehung bewusst dafür, keine sexuellen Kontakte mit anderen einzugehen.


Wenn du enthaltsam lebst, heißt das jedoch nicht, dass du dich nicht selbst befriedigen darfst. Selbstliebe ist im Zölibat durchaus erlaubt.


Süden - Dreiecksbeziehung


Hier geht es um jegliche Art von Dreierkonstellationen – beispielsweise ein Mann mit zwei Frauen oder eine Frau mit zwei Männern. Intensive Gefühle und starke Spannungen sind dabei vorprogrammiert.


Schwierig wird es, wenn Eifersucht aufkommt. Meistens befürchtet eine/r der Beteiligten, dass die anderen Pole des Dreiecks aufregender und spannender sind. Es ist von Vorteil, wenn sich die gleichgeschlechtlichen Partner/innen mögen.


Findet die Dreiecksbeziehung im Verborgenen statt, weil ein Partner fremdgeht, kommt es zu Konflikten und Spannungen. Dreiecksbeziehungen werden oftmals genutzt, um monogame Beziehungen wieder aufregender zu machen.


Übrigens muss die dritte Person nicht real sein, sondern kann auch nur in der Phantasie eines Partners existieren.


Westen - Monogame Beziehung


Im Westen sitzt die klassische monogame Beziehung, in der Sexualität nur mit einem Partner ausgelebt wird. Bleiben die Rituale immer die gleichen, kann es schnell langweilig werden.


Gleichzeitig bietet die monogame Beziehung viele Chancen für die persönliche Weiterentwicklung – von tiefsten Tiefen bis zu höchsten Höhen ist alles möglich.


Es gibt auch offene Zweierbeziehungen, in denen sich die Partner gegenseitig Beziehungen mit anderen erlauben. Diese sind meistens von kurzer Dauer und dienen primär dazu, neue Erfahrungen zu machen oder eine sexuelle Phantasie auszuleben, für die der Partner nicht bereit ist.


Zentrum - Freier Tanz


Das Paradebeispiel für den freien Tanz ist ein Single, der genau weiß, was er will – und dies seinem Gegenüber auch klar artikulieren kann. Meist findet Intimität mit mehreren Partnern statt, die seine unterschiedlichen Facetten widerspiegeln.


Auch wenn der freie Tanz großen Spaß machen kann, birgt er die Gefahr, zu schnell zu neuen Ufern zu wechseln, wenn Probleme auftauchen.


Grundsätzlich hat jede der fünf Beziehungskonstellationen Vor- und Nachteile.

Wichtig ist nur, dass du in der Beziehungskonstellation lebst, die dich zum aktuellen Zustand am meisten bereichert oder weiterbringt.


Nützliche Fragen, die du dir stellen solltest


  • Welche Form hat die sexuelle Beziehung, in der ich mich gerade befinde?

  • War diese Form eine bewusste Entscheidung oder bist du dort hineingeschlittert, weil du gar nicht genau weißt, was du möchtest?

  • Was sind deine Wünsche? Was möchtest du ausprobieren?

  • Was wünscht sich dein Partner? Stimmen eure Wünsche überein oder nicht?

  • Ist die Form unserer Beziehung die, die sich jeder einzelne für sich wünscht?


Fazit


Wenn du das Medizinrad der Beziehungen und der Sexualität für dich nutzt, setzt du dich intensiv mit deiner Persönlichkeit und deinen Wünschen auseinander.


Dies kann unbequem sein, wenn du dich beispielsweise in einer Beziehung wiederfindest, die gar nicht deinen Bedürfnissen entspricht.


Langfristig führt diese Klarheit jedoch dazu, dass sich dein Leben neu sortiert und du dich in erfüllteren und befriedigenden Partnerschaften wiederfindest.



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